INNSBRUCK 2026
15 - 21 JUNE
Kletterzentrum
INNSBRUCK 2026
15 - 21 JUNE Kletterzentrum

Drei Heimsiege zum Auftakt

Am Dienstagabend standen bei der World Climbing Series Innsbruck 2026 die ersten Entscheidungen an. Im Para-Climbing-Finale zeigten Österreichs Kletter-Asse in der gut gefüllten Freiluft-Arena am Areal des Kletterzentrum Innsbruck groß auf: Das KVÖ-Team jubelte über drei Heimsiege und zwei weitere Podestplätze.

Zahlreiche Zuseher:innen sorgten für eine stimmungsvolle Kulisse, auch der einsetzende Regen konnte der Atmosphäre nichts anhaben. In der Klasse RP2 wurde Jasmin Plank ihrer Rolle als Top-Favoritin einmal mehr gerecht. Die 37-jährige Tirolerin feierte nach dem Erfolg in Salt Lake City (USA) ihren zweiten Saisonsieg im zweiten Saisonbewerb. Mit 33+ Griffen setzte sie sich deutlich vor Chiara Cavina (ITA/24 Griffe) durch. Es ist nach 2022 und 2025 ihr dritter Sieg in Innsbruck und ihr insgesamt zehnter Weltcupsieg. Für Plank ist es nach dem Tod ihrer Mutter vor wenigen Wochen ein besonderer Triumph: „Es ist mein erster Sieg in Innsbruck ohne meine Mutter. Ich bin aber fest davon überzeugt, dass sie von irgendwo zusieht und mir Kraft schickt.“

 

Auch die angeschlagene Schulter machte ihr im Vorfeld zu schaffen. „Die letzte Nacht war ein Horror. Dank der Unterstützung des Olympiazentrums und einer Einheit in der Kältekammer konnte ich aber doch an den Start gehen. Beim Aufwärmen habe ich gemerkt, dass die Schulter hält. Der Sieg ist deshalb eine riesige Erleichterung. Beim letzten Zug war ich mir wegen der linken Schulter überhaupt nicht sicher. Umso glücklicher bin ich, dass ich hier wieder gewinnen durfte.“

 

„Es war ein Traumtag“

 

In der Klasse B2 jubelte Linda Le Bon ihren fünften Weltcupsieg. Die 61-Jährige gewann ein dramatisches Finale mit 46+ Griffen vor der Deutschen Luisa Grube, die im Finale gleich weit kletterte, aufgrund des besseren Qualifikations-Ergebnis. Quali-Siegerin Seneida Biendarra (USA) wurde mit 46 Griffen Dritte, Edith Scheinecker mit 39 Griffen Vierte.

 

„Dieser Sieg ist unglaublich. Vor heimischem Publikum so zu klettern und zu gewinnen, macht das Ganze noch spezieller. Nach Salt Lake City, wo eigentlich alles schiefgelaufen ist, hat heute einfach alles perfekt zusammengepasst. Es war ein Traumtag“, so Le Bon, deren großes Ziel eine Paralympics-Teilnahme in Los Angeles ist. Die gebürtige Belgierin startete bereits in Peking 2022 bei Paralympischen Winterspielen für ihr Mutterland im Para-Ski. „Los Angeles ist mein großes Ziel, danach kann man vielleicht langsam über die Kletterpension nachdenken.“

 

Über ein äußerst gelungenes Weltcup-Debüt durfte sich Lilli Marie Laschitz freuen. Die 16-jährige Kärntnerin zeigte im B1-Finale groß auf und belegte mit 33 Griffen nur knapp hinter Top-Favoritin Hiromi Aoki (JPN/34+) Rang zwei. „Es ist wirklich verrückt, ich kann das alles noch gar nicht richtig realisieren. Schon der Finaleinzug gestern war für mich ein Wahnsinn, und jetzt mit Platz zwei dazustehen, fühlt sich einfach surreal an. Ich war heute sehr aufgeregt, vor allem wegen der besonderen Atmosphäre. So etwas kannte ich bisher nicht.“

 

Zeller setzt Erfolgsserie fort

 

Eine Klasse für sich war einmal mehr Angelino Zeller in der Klasse AL1. Mit 44+ setzte er sich deutlich vor dem Slowenen Matej Arh (39+) durch, Markus Pösendorfer (38+) schaffte es als Dritter auf das Podest. „Ich habe während des Kletterns gar nicht darauf geachtet, wie weit ich gekommen bin. Oben wurde es richtig anspruchsvoll, aber ich habe versucht, die besondere Atmosphäre und die Energie aufzusaugen. Es hat einfach unglaublich viel Spaß gemacht“, sagte Zeller.

 

Der Grazer baute damit seine Erfolgsserie aus, er gewann seit Juni 2021 jeden Bewerb. „Innsbruck hat für mich einen ganz besonderen Platz im Herzen, deshalb bedeutet mir dieser Erfolg sehr viel.“ Bei den RP2-Herren belegt Daniel Wiener mit 31 Griffen Rang fünf.

 

Am Mittwoch folgen bei der World Climbing Series Innsbruck die Boulder-Qualifikation der Damen (ab 9 Uhr) und der Herren (ab 15:30 Uhr).
 

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